auffälliges Spermiogramm – was nun?

Nicht den Kopf hängen lassen, denn ...

…Spermiogrammbefunde unterliegen teilweise starken Schwankungen. Daher sollte ersteinmal eine Kontrolluntersuchung in ca. 2 – 3  Monate erfolgen. Denn die Hoden benötigen ungefähr diese Zeit zur Bildung neuer Spermien. Wurde die Karenzzeit bei der ersten Untersuchung nicht eingehalten (2-5 Tage), sollte sie jetzt unbedingt eingehalten werden.

Hatten Sie vor 2-3 Monaten einen grippalen Infekt mit hohem Fieber, kann dies die Spermienproduktion schon für einige Wochen stark einschränken. Bitte informieren Sie uns darüber.

Darüberhinaus können Sie ggf. durch eine Lebensstiländerung die Qualität der Spermien  positiv beeinflussen.

  • Rauchen: Nikotin ist eins der stärksten natürlich vorkommenden Nervengifte. Es dringt bis zu den Spermien vor und führt zu einer geringeren Beweglichkeit,  auch die  Außenhülle wird instabiler. Daher können die Erbinformationen in den Samenzellen von Rauchern beschädigt werden und in der Folge die Entwicklung der Spermien gestört werden. Hierdurch kann die Befruchtung der Eizellen beeinträchtigt oder verhindert werden, möglicherweise kann hier auch eine Ursache für Fehlbildungen des Embryo und Fehlgeburten liegen.
    Zusätzlich werden bei  Rauchern weniger Sermien produziert, die Anzahl ist also geringer.
    Es ist unklar, wie schnell sich die Spermien normalisieren, nachdem mit dem Rauchen komplett aufgehört wird.
    Wir empfehlen daher bei Kinderwunsch sofort und ganz mit dem Rauchen aufzuhören.
  • Übergewicht: Verschiedene Studien haben gezeigt, dass sich ein zu hohes Körpergewicht ( BMI > 30 kg/m2 oder Hüftumfang > 100 cm) negativ auf die Spermien auswirkt. Die Menge des Ejakulats nimmt ab, es werden weniger Spermien produziert und die Konzentration  (Spermien/ml) ist geringer. Außerdem zeigt sich eine eingeschränkte Beweglichkeit, v.a. Vorwärtsbeweglichkeit der Spermien und sie sind  morphologisch auffälliger.
    Auch gibt es Daten, die vermuten lassen, dass sich Übergewicht durch sog. epigenetische Veränderungen von den Vätern auf ihre Kinder vererbt.
    Durch eine Gewichtsabnahme können Sie Ihre Fruchtbarkeit entscheidend verbessern und tun Ihrer Gesundheit einen Gefallen.
  • Sport: Regelmäßiger mäßiger Ausdauersport ist gesund und  dient auch der Fruchtbarkeit. Beim Männern erhöht sich die Testosteronausschüttung, was sich positive auf die Produktion der Spermien auswirken kann. Vorsicht ist beim Bodybuilding geboten, wer seinen Muskelaufbau durch Anabolika (testosteronhaltigen Mittel) unterstützt, der muss damit rechnen, dass die Spermienproduktion vollständig eingestellt wird und es zu einer (vorübergehenden) Unfruchtbarkeit kommt.
  • Ernährung: Eine relativ kalorienarme, aber ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst, Gemüse, pflanzlichen Ölen und Milchprodukten  wirken sich positiv auf die Spermienqualität und das Körpergewicht aus. Zucker oder zuckerhaltige Nahrung oder Getränke sollten dagegen nur in Maßen verzehrt werden. Östrogenhaltige Inhaltsstoffe in Sojaprodukten und Hülsenfürchten stehen sogar im Verdacht, die Spermien zu schädigen. Ob Nahrungsergänzungsmittel die Fruchtbarkeit verbessern, konnte bisher in Studien nicht eindeutig belegt werden.Folsäure, Zink, Vit. B-Komplex und Vit. E sollen sinnvoll sein.

 

 

 

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