Welche Risiken entstehen bei der Behandlung?

Keine Behandlung ist ohne Risiken, aber sie sind überschaubar.

Vor allem sind sie abhängig von der durchgeführten Therapie. Bei einer niedrig dosierten Hormontherapie, wie sie üblicherweise im  Rahmen einer reinen  Hormonstimulation oder der Samenübertragung durchgeführt wird, müssen Sie mit kaum Nebenwirkungen rechnen. Ziel ist hier immer das Heranreifen eines Follikels, somit tritt ein Überstimulationssyndrom  nur in extremen Ausnahmefällen auf.

Bei der IVF- und ICSI-Behandlung ist das Ziel das Heranreifen mehrerer Follikel, dafür ist in der Regel eine höhere Hormondosis notwendig. Trotz individueller Therapieplanung und genauer Ultraschall- und Hormonkontrollen, kann es hierbei zu einer Überstimulation kommen.
Beim sogenannten Überstimulationssyndrom (OHSS) wachsen sehr viele Follikel und  die Eierstöcke sind deutlich vergrößert. Zusätzlich sammelt sich viel Flüssigkeit im Bauch mit Zunahme des Bauchumfanges und Unterbauchbeschwerden, manchmal kommen Übelkeit und Erbrechen begleitend hinzu. In seltenen Fällen kann es auch zu Luftnot oder zu einer Thrombose kommen.
Die Symptome sind behandelbar, in ausgeprägten Fällen kann aber eine stationär Behandlung im Krankenhaus notwendig werden. Durch genaue Therapieplanung und Auswahl der Medikamente kann heute ein Überstimulationssyndrom weitgehend vermieden werden.

Ein weiteres Risiko vor allem der IVF-/ ICSI-Behandlung,  ist die Entstehung von Mehrlingsschwangerschaft. Die Übertragung mehrerer Embryonen erhöht nicht nur die Schwangerschaftsrate, sondern auch die Mehrlingsrate.  Höhergradige Mehrlingsschwangerschaften (Drillinge oder mehr)  sind seltener geworden, da in den meisten Fällen nur noch 1-2 Embryonen transferiert werden.
Nach künstlicher Befruchtung werden 77,9 % Einlinge, 21,5 % Zwillinge und 0,6 % Drillinge geboren (Deutsches IVF – Register).
Demgegenüber liegt die natürliche Häufigkeit von  Zwillingsgeburten bei 1,2% die von Drillingsgeburten bei 0,013 %. Mehrlingsschwangerschaften gelten als Risikoschwangerschaften (vorzeitige Wehen, Frühgeburtlichkeit, geringes Geburtsgewicht etc.), vor allem Drillingsschwangerschaften sollten vermieden werden.

Bei der Eizellentnahme kann es zu Blutungen, Nachblutungen, Oranverletzungen und Infektionen kommen. Insgesamt sind diese Komplikationen sehr selten (< 1%) und nur in sehr seltenen Ausnahmefällen wird eine stationäre Aufnahme oder ein Folgeeingriff notwendig.

Auch nach einer künstlichen Befruchtung kann es zu Eileiterschwangerschaften und Fehlgeburten kommen. Die durchschnittliche Abortrate liegt bei 20,3% die einer Eileiterschwangerschaft bei 1,4%.

Fehlbildungen treten bei jeder 15. natürlich entstandenen Schwangerschaft auf, nach künstlicher Befruchtung bei jeder 12. Schwangerschaft. Die aktuelle Datenlage spricht momentan eher dafür, dass die geminderte Fruchtbarkeit der Paare das leicht erhöhte Fehlbildungsrisiko bedingt.

 

Kontaktieren Sie uns