Immer mehr Frauen verschieben die Familienplanung

Die Familienplanung einfach bis ins fünfte Lebensjahrzehent zu verschieben, ist eine Vorstellung, mit der Frauen sehr leicht scheitern können. „Es gibt biologische Grenzen, die auch die moderne und erfolgreiche Kinderwunschmedizin nicht außer Kraft setzen kann“, so kommentiert Dr. med. Ulrich Hilland, Vorsitzender des Bundesverbandes Reproduktionsmedizinischer Zentren (BRZ) die aktuellen Zahlen des statistischen Bundesamts. „Zu glauben und zu hoffen, dass man mit Social Freezing und anderen Maßnahmen die Zeitspanne für das Kinderkriegen wesentlich verlängern kann, ist ein oft folgenschwerer Irrtum: auch wenn eine Frau mit 45 Jahren noch schwanger werden kann, liegt das Risiko, dass die Schwangerschaft in eine Fehlgeburt mündet, bei 70 % und darüber.“ Faktoren wie Über- oder Untergewicht, Schilddrüsenerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, eine Endometriose oder PCOS sowie Zigarettenrauch schränken die Möglichkeit einer geglückten Schwangerschaft weiterhin ein – besonders, wenn mehrere dieser Faktoren zusammentreffen. In all diesen Fällen sollten Paare versuchen, die Familienplanung so früh wie möglich zu realisieren. Gesellschaftlich besteht die Herausforderung, die Familienplanung nicht erst dann ins Visier zu holen, wenn es die berufliche Situation zuzulassen scheint. Das gibt der Berufsverband der Frauenärzte e.V. zu bedenken. Obgleich sich durch die steigende Lebenserwartung unser Lebenszyklus verändert, zieht das fruchtbare Fenster nicht mit.

Kontaktieren Sie uns