Welche Rolle spielt Stress bei Kinderwunsch?

Viele ungewollt kinderlose Paare glauben, dass Stress für das Ausbleiben einer Schwangerschaft verantwortlich sei. Doch...

…Stress oder depressive Verstimmungen sind nicht dafür verantwortlich, wenn sich der Kinderwunsch nicht erfüllt.

Auch Frauen mit Depressionen oder mit Angststörungen glauben häufig , sie könnten aufgrund ihrer Erkrankung nur sehr schwer schwanger werden.
Dies trifft jedoch nicht zu, diese Erkrankungen liegen bei  Paare mit unerfülltem Kinderwunsch im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung nicht häufiger vor (15 bis 20%).

Umgekehrt kommt es jedoch bei der Kinderwunschuntersuchung- und behandlung häufig  zu psychischem Stress und kann die Paare (Sie) in eine Lebenskrise führen.

Denn folgende Punkte  werden häufig als Belastungen empfunden:

  • häufige Termine
  • gemeinsame Termine mit dem Partner
  • wechselnde Ärzte und Ansprechpartner
  • pünktliche Hormoneinnahme
  • Nebenwirkungen der Hormone
  • eigenes Spritzen
  • Heimlichkeit (vor Freunden, bei der Arbeit)
  • Wechsel von Hoffnung und Enttäuschung

Wird eine künstliche Befruchtung durchgeführt, wird die Zeit nach dem  Embryotransfer, v.a. von Frauen, als besonders belastend erlebt. Der damit verbundene Stress wird für das evtl. Ausbleiben einer Schwangerschaft verantwortlich gemacht.

Aber all dies mindert  nicht die Schwangerschaftschancen.

Eine  Studie an 1 088 Frauen hat gezeigt, dass auch ein extremer Anstieg der Ängstlichkeit kurz vor der Eizellentnahme bei zuvor wenig ängstlichen Frauen die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit nicht beeinflusst hat.

Ein weiterer Mythos, der sich in diesem Zusammenhang hält, ist die Verbesserung der Chancen auf eine Schwangerschaft, wenn man den Kinderwunsch aufgibt.

Tipps von Freunden nach dem Motto: „ Entspann Dich mal, dann wird es klappen!“ sind wenig hilfreich, denn es liegt nicht an Ihnen (und Ihrem „Knoten im Kopf“)!

Es ist wissenschaftlich schon lange bekannt, dass z.B. Adoptionen und damit das „Loslassen“ vom eigenen Kinderwunsch, die  natürliche Schwangerschaft nicht wahrscheinlicher machen. In einer Heidelberger Studie wurde von 32 Paaren, die ihren Kinderwunsch aufgaben, beispielsweise nur ein Paar nach Annahme eines Pflegekindes schwanger .

Also: in den Urlaub fahren ist wichtig und schön, hilft Ihnen in Bezug auf den Kinderwunsch aber nicht unbedingt weiter.

Trotzdem kann eine frühzeitige psychologische Beratung sehr unterstützend und entlastend sein. In der Beratung besteht die Möglichkeit, das Gespräch miteinander, aber auch mit betreuenden Ärztinnen und Ärzten und anderen zu verbessern. Es können Entscheidungshilfen in Bezug auf die nächsten medizinischen Behandlungsschritte gegeben werden. Darüber hinaus können Paarkonflikte besprochen und gemindert werden. Auch sexuelle Störungen sollten frühzeitig erkannt und besprochen werden. Der Schwerpunkt der  Beratung liegt in der individuellen Konfliktbewältigung und der Hilfestellung zur aktiven Lebensgestaltung und eventuell auch zur Findung eines „Plan B“ , falls sich der Kinderwunsch nicht erfüllen lässt.

Qualifizierte Berater finden sich in der Berater-/Beraterinnenliste vom Beratungsnetzwerk Kinderwunsch Deutschland (www.bkid.de), unter www.kindersehnsucht.de bietet Ihnen Frau Ferber ein sehr hilfreiches Online-Coaching und Kurse.

Auch Sport, autogenes Training und Yoga können hilfreich sein und das Wohlbefinden während der Behandlung steigern.

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