Unfruchtbarkeit – Ist bei mir alles in Ordnung?

"Warum trifft es gerade uns?" Vielleicht gehen Ihnen ähnliche Gedanken durch den Kopf. Aber wussten Sie, dass in Deutschland ca. jede 7. Partnerschaft von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen ist?…

Hoffnung Kinderwunsch

Wenn trotz regelmäßigem, ungeschütztem Verkehr nach einem Jahr keine Schwangerschaft eingetreten ist, spricht man von „Sterilität“.
Dieser Zustand muss nicht dauerhaft sein. Vorübergehende Fruchtbarkeitsstörungen sind nicht selten und den meisten Paaren kann geholfen werden. Einschränkungen der Fruchtbarkeit können bei einem der Partner oder bei beiden gleichzeitig vorkommen.

Verteilung der Fruchtbarkeitseinschränkungen bei Paaren mit Kinderwunsch

Es gibt vielfältige  Ursachen für die Unfruchtbarkeit bei Mann und Frau, dabei sind sie gleich auf beide Partner verteilt. Sie liegen zu ca. 30% bei der Frau, zu ca. 30% beim Mann und zu weiteren 20 – 25%  bei beiden Partnern .
Bei ca. 15 % aller Paare bleibt die Ursache der Kinderlosigkeit ungeklärt.

Unerfüllter Kinderwunsch ist also ein Problem, das beide Partner in gleichem Masse betrifft. Aus diesem Grunde sollte die Suche nach den Ursachen für die Unfruchtbarkeit und die Behandlung der Kinderlosigkeit stets gemeinsam erfolgen.

Auch der jeweilige Lebenstil beeinflusst die Fruchtbarkeit (Rauchen, Gewicht, Stress, Alter, etc.).

Wir helfen Ihnen, Fruchtbarkeitsstörung zu entdecken.

Weibliche Fruchtbarkeitsstörungen

Hormonstörungen

Reagenzgläser im Kinderwunschzentrum

Der weibliche Zyklus, d.h. die Reifung der Eizelle, der Eisprung und die Vorbereitung der Gebärmutter auf eine Schwangerschaft, wird von Hormonen gesteuert. Die Hormone der verschiedenen Organe beeinflussen sich gegenseitig.

Hormone sind Botenstoffe von Drüsen, die Informationen an die Wirkorte (z.B. die Geschlechtsorgane) bringen. Damit eine Eizelle heranreift, befruchtet wird und sich schließlich in der Gebärmutter einnistet, müssen diese Hormone fein abgestimmt zusammenspielen.
Eine Störung dieses Gleichgewichts kann die Eizellreifung behindern und verschiedene Ursachen haben.

Symptome: Der Zyklus kann verändert sein, z.B. deutlich länger oder kürzer als 28–tägig, es können Schmierblutungen auftreten oder es findet gar keine Periodenblutung statt
Untersuchung: Anamnese, Hormonbestimmung, Ultraschall

Polyzystische Ovarien (PCO)

Das Syndrom der polyzystischen Ovarien ist die häufigste Hormonstörung der Frau. Dabei sind in Verbindung mit zu vielen männlichen Hormonen die Eierstöcke verändert und haben viele kleine Eibläschen an ihrer Oberfläche, welche man mit einer Ultraschalluntersuchung erkennen kann. Das Hormonungleichgewicht in Verbindung mit den veränderten Eierstöcken kann dazu führen, dass eine Eizelle sehr spät oder gar nicht heranreift.

Symptome: unregelmäßige Periodenblutung, Übergewicht, Hautprobleme (Akne), vermehrte Körperbehaarung, Fruchtbarkeitsstörungen
Untersuchung: Anamnese, Hormonbestimmung, Ultraschall

Eileiterschäden

Im Eileiter findet die Befruchtung statt. Der entstehende Embryo wird danach in die Gebärmutter transportiert, um sich hier einzunisten und weiter zu entwickeln.

Die Wanderung der Eizelle zum Ort der Befruchtung sowie der Transport des sich entwickelnden Embryos in die Gebärmutter findet teilweise mit Hilfe von winzigen Haaren (sog. Flimmerhärchen) statt. Sind die Eileiter verschlossen oder diese Flimmerhärchen verklebt, können Ei- und Samenzelle nicht zueinander gelangen und eine Befruchtung wird unmöglich. Es kann auch sein, dass die Eileiter, z.B. nach Verletzungen, den ungestörten Transport der Zellen nicht mehr gewährleisten können.

Dieses kann durch vorausgegangene Entzündungen (z.B. Chlamydien), Eileiterschwangerschaften, durch Endometriose oder erblich bedingt sein. Bei einer normalen Ultraschalluntersuchung kann man die Eileiter nicht erkennen, dafür sind sie viel zu zart und dünn.

Symptome: Unfruchtbarkeit
Untersuchung: Ultraschall mit Kontrastmittel, Bauchspiegelung

Endometriose

Bei der Endometriose handelt es sich um eine wahrscheinlich angeborene Erkrankung, bei der sich Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter befindet, z. B. an den Eierstöcken. Die Endometriose kann Ursache einer eingeschränkten Fruchtbarkeit sein. Aus diesem Grund wird bei einer bestehenden Endometriose empfohlen, den Kinderwunsch nicht auf die lange Bank zu schieben!

Symptome: Unterbauchschmerzen vor oder während der Periode, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen, Blutungsstörungen, Eierstockszysten oder Verklebungen der Eileiter mit folgender Unfruchtbarkeit
Untersuchung: Ultraschall, Bauchspiegelung

Myome

Myome sind Muskelknoten an der Gebärmutter, die manchmal die Einnistung des Embryos verhindern oder die Eileiterdurchgängigkeit stören können.

Symptome: Starke Periodenblutung, Unterbauchschmerzen, Unfruchtbarkeit
Untersuchung: Ultraschall, Bauchspiegelung

Entzündungen

Entzündungen der Eileiter können mit Beschwerden, aber auch ohne Beschwerden und damit unentdeckt verlaufen (z.B. Chlamydieninfektionen). Dies kann zu einer dauerhaften Schädigung der Eileiter führen.

Symptome: Unterbauchschmerzen, starker oder übel riechender Ausfluss, Fieber
Untersuchung: Tastbefund, Ultraschall, Bauchspiegelung, Abstriche

Störungen des Immunsystems

Bei der immunologischen Sterilität behandelt das Immunsystem die eigenen Ei- oder Samenzellen oder sogar den Embryo als Fremdkörper. Die Folge ist eine Art „Abstoßungsreaktion“. Untersuchungen oder gar Behandlungen sind auch heutzutage kaum möglich, da noch zu wenig über die genauen Zusammenhänge im Körper bekannt ist. Die Diagnose „immunologische Sterilität“ ist immer nur eine Vermutungsdiagnose, wenn keine anderen Ursachen für die Sterilität gefunden werden.

Männliche Fruchtbarkeitsstörungen

eingeschränkte Samenqualität

Die häufigste Ursache einer verminderten Fruchtbarkeit beim Mann ist eine eingeschränkte Samenzellproduktion. Dann sind zu wenig Samenzellen vorhanden oder die Beweglichkeit ist stark verringert. Die Gründe hierfür sind vielfältig (z. B. eine Mumpsentzündung in der Kindheit, Störungen der Blutversorung der Hoden, Genitalentzündungen, Nikotin- oder Alkoholkonsum, ein Hodenhochstand in der Kindheit, Erkrankungen der Erbanalgen).
Nicht immer lassen sich eindeutige Gründe für eine eingeschränkte Samenqualität finden.

Die Samenqualität ist nicht lebenslang gleich, sondern kann über die Zeit erheblich schwanken.

Symptome: Ausbleiben einer Schwangerschaft, keine weiteren sichtbaren
Symptome
Untersuchung: Spermiogramm, urologische Untersuchung, Ultraschall, Abstriche, genetische Abklärung (Bluttest)

Störung des Samentransports

Eine weitere Ursache ist der gestörte Transport von Samenzellen durch die Samenleiter bei einer Ejakulation. In diesem Fall fehlen die Samenleiter (erblich) oder sind blockiert (z.B. nach Entzündungen). Auch als Folge von Lähmungen oder Diabetes kann dies vorkommen.

Symptome: Ejakulat ohne Samenzellen, Ausbleiben einer Schwangerschaft
Untersuchung: Samenuntersuchung, genetische Abklärung (Bluttest), Ultraschall, Abstriche auf Keime

besondere Umwelteinwirkungen

Die Samenzellbildung ist empfindlich für erhöhte Temperatur und Umweltgifte. So besteht eventuell bei überwiegend sitzendener Tätigkeit oder bei ständigem Tragen von enger Kleidung die Gefahr der Überwärmung der Hoden mit folgender Verminderung der Samenqualität. Auch für den negativen Einfluss von Umweltgiften wie Lackfarben, sog. Weichmacher oder Nikotin gibt es Belege.

Entzündungen

Entzündungen in den Hoden, den Nebenhoden oder der Prostata können zu einer Verminderung der Samenqualität führen. Wird bei der Samenuntersuchung der Verdacht auf einen Infekt gestellt, kann dieses mit Abstrichen aus dem gewonnenen Ejakulat geprüft werden. Eine Entzündung kann dann mit speziellen Medikamenten behandelt werden.

Symptome: bis auf eine Verminderung der Samenqualität oft keine
Untersuchung: Samenuntersuchung, Abstrichentnahme

Hormonstörungen

Auch beim Mann können Hormonstörungen zu einer reduzierten Fruchtbarkeit führen. Das ist allerdings selten. Durch eine Blutuntersuchung können Hormonstörungen ausgeschlossen werden.

weitere Ursachen

fortgeschrittenes Alter bei Kinderwunsch

Häufig wünschen sich Paare ihr erstes Kind in einem Lebensalter, in dem die Fruchtbarkeit bereits nachlässt. Biologisch gesehen ist bei der Frau zwischen 16 – 28 Jahren das beste Alter, um schwanger zu werden. Während die Schwangerschaftsrate pro Zyklus beispielsweise bei einer 25-Jährigen bei  20 – 25% liegt, beträgt sie bei einer 40-Jährigen noch 3 bis 4 % pro Zyklus. Der wesentliche Grund dafür ist die mit dem Alter abnehmende Qualität der Eizellen.

Ernährung

Einen wichtigen Einfluss auf den Hormonhaushalt hat die Ernährung. Sowohl Unter- als auch Übergewicht kann zu Störungen der Eizellreifung und somit zur vorübergehenden Unfruchtbarkeit führen. Auch kann die Samenqualität bei Übergewicht durch Bildung von zu vielen weiblichen Hormonen beim Mann vermindert sein.

Genussgifte

Nikotin wirkt sich bei Frau und Mann sehr schlecht auf die Fruchtbarkeit aus. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass bei Paaren, bei denen wenigstens ein Partner raucht, die Chance zur Erlangung einer Schwangerschaft deutlich reduziert ist. Alkohohl führt als Zellgift zu massiven Störungen der Entwicklung eines Embryos. Dies gilt auch, wenn unterstützende Behandlungen durchgeführt werden.

genetische Ursachen (Vererbungsstörungen)

Keimzellen benötigen für ihre Funktion die korrekte genetische Information (Erbanlage). Im Zellkern der Ei- und Samenzellen befinden sich Chromosomen, welche diese Erbinformationen (Gene) enthalten. Kommt es zu einer Fehlverteilung der Chromosomen oder zu einer Veränderung in einzelnen Chromosomen, können je nach Stärke der Schädigung Unfruchtbarkeit, verminderte Fruchtbarkeit oder gehäufte Fehlgeburten die Folge sein.

Die Störungen der Erbanlagen werden von den Eltern übertragen oder entstehen neu und fallen oft erst bei ausbleibender Schwangerschaft oder wiederholten Aborten auf.

getrennte Wohnsituation

Heutzutage müssen Paare oft aus beruflichen Gründen in verschiedenen Städten wohnen. Das führt dazu, dass der richtige Zeitpunkt zum Schwangerwerden oft nicht optimal genutzt werden kann, denn eine Eizelle ist maximal 24 Stunden befruchtungsfähig. Diese Zyklen gehen dann als Chance für eine Schwangerschaft verloren.

Stress / psychische Ursachen

Stress kann gesund und ungesund sein. Ungesunder Stress mindert die sexuelle Lust und beeinträchtigt somit auch die Fortpflanzungsfähigkeit.

Darüber hinaus ist eine „psychogene Sterilität“ sehr selten (5%) und trifft nur dann zu, wenn ein Paar trotz Kinderwunsches und Aufklärung durch den Arzt, sich weiter fertilitätsschädigend verhält. Dies bedeutet, dass z.B. weiter Hochleistungssport betrieben wird, ein Genußmittel- und Medikamentenmissbrauch fortgesetzt wird bzw. die Konzeptionschancen nicht genutzt werden (kein Geschlechtsverkehr an den fruchtbaren Tagen). Psychische Faktoren liegen auch dann vor, wenn ein Paar mit Kinderwunsch eine medizinisch notwendige Infertilitätstherapie bewusst bejaht, aber nicht beginnt. Lesen Sie auch hier weiter.

unbekannte Ursachen („idiopathische Sterilität“)

Nicht selten kann keine eindeutige Ursache für die ungewollte Kinderlosigkeit gefunden werden. Das liegt daran, dass trotz rasanten Fortschritts in der Medizin auch heutzutage noch nicht sämtliche Vorgänge im Körper bekannt sind oder nicht untersucht werden können.

Dennoch bleiben viele Möglichkeiten, zu helfen.

 

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