Kosten

Jedes Paar kann die Möglichkeiten der modernen Kinderwunschbehandlung für sich nutzen!

Kosten künstliche Befruchtung

Die Kosten für die notwendigen Untersuchungen bei ungewollter Kinderlosigkeit werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen übernommen. Sie sind nicht an bestimmte Bedingungen wie Alter und Familienstatus geknüpft. Dies gilt für alle versicherten Patienten.

Die Kosten für die Kinderwunschbehandlung hängen von vielen Faktoren ab. Bitte beachten Sie auch, dass in Berlin wohnhafte Paare für einige Behandlungen Zuschüsse beim Senat beantragen können. Dies muss ggf. vor Behandlungsbeginn erfolgen.

Weitere Informationen finden Sie auch hier.

Kosten einer Kinderwunschbehandlung bei gesetzlich versicherten Paaren

Eine ausschließlich hormongestützte Behandlung wird von den Krankenkassen normalerweise übernommen.

Seit Inkrafttreten des Gesundheitsmodernisierungsgesetztes zum 1. Januar 2004 werden die Verfahren der künstlichen  Befruchtung (Samenübertragung, IVF/ ICSI) nicht mehr im vollen Umfang von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Es  müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit die Krankenkasse die Hälfte der Behandlungskosten übernimmt.

Vor Behandlungsbeginn muss die geplante Behandlung von der Krankenkasse genehmigt werden. Einen entsprechenden Antrag auf Kostenübernahme (sog. Behandlungsplan) erhalten Sie von uns.

Folgende Kriterien müssen erfüllt sein, damit die gesetzliche Krankenkasse einen Teil der Behandlungskosten  übernimmt:

  • das Paar muss miteinander verheiratet sein
  • Mann und Frau müssen mindestens 25 Jahre alt sein
  • die Frau hat das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet
  • der Mann ist jünger als 50
  • der  HIV-Status beider Partner ist bekannt

Durch eine Sterilisation geht der Anspruch auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse verloren.

Die Krankenkassen übernehmen 50% der Kosten von jeweils folgenden Behandlungen:

  • bis zu 8 Samenübertragungen ohne hormoneller Unterstützung ( evtl. aber mit Clomifen), Eigenanteil incl. Medikamenten ca. 60 €
  • bis zu 3 Samenübertragungen mit hormoneller Unterstützung, Eigenanteil incl. Medikamenten ca. 150 – 200 €, je nach Medikamentenbedarf
  • bis zu 3 künstlichen Befruchtungen (IVF mit oder ohne ICSI), Eigenanteil incl. Medikamenten und Narkose 1500-2000 € je nach Medikamentenbedarf

Einige gesetzliche Krankenkassen erstatten auch den Eigenanteil einer künstlichen Befruchtung, wenn beide Partner dort versichert sind, sodass bis zu 100 % der Kosten übernommen werden!

Bitte informieren Sie sich.

Einige sinnvolle Laborleistungen, wie z.B. das Einfrieren von befruchteten Eizellen, von Samenzellen oder von Gewebe werden im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen nicht geführt und müssen daher selbst getragen werden. Hier müssen Sie mit folgenden Kosten rechnen:

Sollten mehr als drei Behandlungszyklen zum Erreichen einer Schwangerschaft nötig sein, kann das Paar die Behandlung selbstverständlich auf eigene Kosten fortsetzen.

Obengenannte Voraussetzungen gelten nur, wenn Kostenträger die Kosten übernehmen sollen. Auf eigene Rechnung sind alle Kinderwunschbehandlungen unbeschränkt durchführbar.

Als Selbstzahler müssen Sie mit folgenden Behandlungskosten rechnen:

  • Insemination ca. 400 -500 € je nach Medikamentenbedarf
  • IVF incl. Embryotransfer ca. 3000 € zuzüglich Medikamentenkosten von durchschnittlich 1000 – 1500 €
  • ICSI ca. 3500 €, zuzüglich Medikamentenkosten von durchschnittlich 1000 – 1500 €

Kosten der Kinderwunschbehandlung für privat versicherte Paare

Privat versicherte Patienten können jederzeit mit einer Kinderwunschbehandlung beginnen. Allerdings gelten bei den privaten Versicherungen oft bestimmte individuelle Bedingungen für die Kostenübernahme bei Kinderwunschbehandlungen. Im privaten Versicherungssystem können die Kosten der Behandlungen nur übernommen werden, wenn die versicherte Person „Verursacher“ der ungewollten Kinderlosigkeit ist (sog. „Verursacherprinzip“).

Die Kosten von hormonunterstützenden Behandlungen werden normalerweise problemlos übernommen.

Bei der künstlichen Befruchtung ist eine Zusage der Kostenübernahme vor Behandlungsbeginn nicht Voraussetzung für die Kostenerstattung. Vorsichtshalber sollte jedoch auch in diesem Fall ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden, damit es später keine Überraschungen gibt.

Wir helfen Ihnen gerne bei der Beantragung der Kostenübernahme.

Eine Kostenzusage der privaten Versicherung umfasst üblicherweise die gesamten Behandlungskosten (ausgenommen spezielle Zusatzmaßnahmen, s. u.)

Die Erstattung  von  sinnvollen Zusatzmaßnahmen wie z.B. das Einfrieren von befruchteten Eizellen, von Samenzellen oder von Gewebe wird von den einzelnen Versicherungen individuell unterschiedlich gehandhabt.

Auch wenn keine Kostenzusage vorliegt, kann selbstverständlich eine Behandlung erfolgen. Die Kosten müssen dann vom Paar selbst getragen werden.

Steuerliche Absetzbarkeit

Änderung der Rechtsprechung: IVF-Behandlungskosten gelten als  „Außergewöhnliche Belastung“

Der Bundesfinanzhof hat  entschieden, dass die Kosten für eine Kinderwunschbehandlung als Sonderausgaben oder Außergewöhnliche (finanzielle) Belastung anerkannt werden:

Liegt die Ursache der ungewollten Kinderlosigkeit bei der Frau, muss das Finanzamt die Kosten anerkennen, soweit sie nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Die Maßnahmen müssen in Übereinstimmung mit den Richtlinien der ärztlichen Berufsordnungen vorgenommen werden.

Denn die Unfruchtbarkeit einer  Frau werten BGH und BFH als Krankheit, und die sog. künstliche Befruchtung dient der Heilbehandlung dieser Krankheit.

BFH-Urteil vom 18.06.1997 III R 84/96, vom 10.05.2007 III R 47/05 und  vom 5. Oktober 2017 VI R 47/15

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